Ausbildung zum Kursleiter Autogenes Training - Modul 1F
Beim Autogenen Training, das zur Entspannung eingesetzt wird, handelt es sich um die Grundstufe. Der Berliner Neurologe und Psychiater J. H. Schultz hat das Autogene Training entwickelt. Er fand heraus, dass das Gefühl der Entspannung auch autogen, d.h. durch Selbstinstruktion, erreicht werden kann. Das Wort autogen kommt aus dem Griechischen, „autos“ bedeutet „selbst“ und „genos“ heißt „Entstehung/Erzeugung“. D.h. etwas entsteht aus dem Selbst und durch das Training.
Das Autogene Training könnte man daher auch als eine Art Selbsthypnose bezeichnen. Man lernt insbesondere wie man sich entspannt und dadurch das vegetative Nervensystems ins Gleichgewicht bringt sowie anschließend wieder in eine gesunde mittlere Spannung zurückkehrt, die leistungsfähiger und gelassener macht.
Das Autogene Training beinhaltet Autosuggestionen, mit denen auf körperlicher und psychischer Ebene Entspannung hervorgerufen wird. Zum Autogenen Training der Grundstufe zählt die Ruhetönung, die Schwere-, Wärme-, Atem, Herz-, Leib- & Stirnübung sowie das Verweilen in der Entspannung und eine effektvolle Rücknahme. Hierfür leiten Sie als Kursleiter in der ersten Phase autogene Formeln an, welche von den Teilnehmern in den Übungsphasen selbstständig wiederholt werden. Die formelhafte Vorsatzbildung ist für das Erreichen persönlicher Ziele förderlich.
Wir bieten Ihnen bei dieser Ausbildung auch einen Einblick in die Oberstufe Autogenes Training.
Enstehung des Autogenes Training nach Schultz
Das Autogene Training wurde von dem Berliner Psychiater und Neurologen Prof. Dr. Johannes Heinrich Schultz (1884 - 1970) entwickelt. Um 1910 entstand das wissenschaftliche Konzept einer neuen therapeutischen Methode, das er 1920 erstmals publizierte und seit 1928 „Autogenes Training“ oder „Konzentrative Selbstentspannung“ nannte; wobei „autogen“ vor allem im Sinne von „selbst hervorgerufen“ verstanden werden muss.
Schultz stützte sich auf Erfahrungen mit der Fremd- und Selbsthypnose. Er hat das autogene Training dabei jedoch als alternative Methode zur medizinischen Hypnose gesehen, da er korrekterweise annahm, dass sich jeder Mensch selbst durch Autosuggestion in einen tiefen Entspannungszustand versetzen kann. Ganz ohne auf Hilfe von außen angewiesen zu sein.
Das autogene Training wurde als Entspannungsmethode und psychotherapeutisches Heilverfahren angesehen und ist in unserer heutigen Zeit zu einer der wichtigsten Entspannungsmethoden geworden.
Auf autosuggestivem Wege (also innerlich durch sich selbst abrufbar) werden dabei stufenweise sechs nacheinander zu lernende Konzentrationsübungen durchgeführt. Dies kann - anders als bei der Hypnose - vom Übenden alleine hergestellt werden.
Hierdurch werden die sonst nicht willkürlich beeinflussbaren Körperfunktionen, wie Muskelanspannung, Körperwärmeempfindung usw. verändert. Das führt allmählich zu einer Herabsetzung des vegetativen Erregungsniveaus und damit zu einem Ausgleich von Spannungszuständen, einer Linderung oder Beseitigung von Schmerzen oder Schlafstörungen. Wer gelernt hat, sich zu entspannen und das Erlernte auch durch tägliche Übungen lebendig hält, erlebt nach einer etwa dreimonatigen Lernphase ganz “automatisch” die tiefe Entspannung.
Der Begründer des Autogenen Trainings selbst, unterschied drei Übungskomplexe bei der Selbstentspannung.
- Die Unterstufenübungen / Grundstufe: sechs psychophysiologische Standardübungen und die Ruheformel (sind Inhalt der Ausbildung)
- Die Oberstufenübungen: meditative Übungen (werden kurz angesprochen)
- spezielle Übungen: z. B. zur Behandlung von bestimmten Beschwerden (werden nicht weiter thematisiert)
Das Autogene Training zählt zu den imaginativen Verfahren, wie auch Meditation, Imagination & Fantasiereisen.
Inhalte der Ausbildung zum Kursleiter Autogenes Training / zur Kursleiterin Autogenes Training
- Entstehung und Weg des Autogenen Trainings
- Wesen und Wirkungsweise des Autogenen Trainings
- Grundlagen des Autogenen Trainings (AT)
- präventiver und therapeutischer Einsatz von AT
- Selbsterfahrung
- Aufbau der Grundstufenarbeit
- Anwendungen in der Praxis – Indikationen und Kontraindikationen
- Durchführung und Gestaltung von Kurseinheiten in der Gruppe
- Formelhafte Vorsatzbildung
Als Kursleiter/in Autogenes Training leiten Sie die Übenden dazu an, die Suggestionen der Grundstufe (AT-Formeln) zu nutzen und in den Alltag zu integrieren. Die Formeln werden hierbei während der Übungsphase nicht mehr vom Kursleiter vorgesagt, sondern von den Teilnehmern in Gedanken selbstständig wiederholt.
Arbeitsfelder und Tätigkeitsbereiche als Kursleiter Autogenes Training
Sie können die Ausbildung für sich persönlich nutzen oder um Kurse und Workshops als selbstständiger Kursleiter für Autogenes Training anzubieten. Mögliche Arbeitsfelder bieten sich in Schulen, Gesundheits- & Familienzentren, Sportvereinen & Fitness-Studios, Volkshochschulen sowie als Zusatzangebot in Yogastudios. Darüber hinaus lässt sich die Qualifikation als Kursleiter für Autogenes Training möglicherweise in Ihren jetzigen Arbeitsbereich integrieren.
Voraussetzungen für die Erlangung des Zertifikats Kursleiter Autogenes Training
Im Anschluss an die fünftägige Ausbildung erhalten Sie nach einer von Ihnen angeleiteten Praxisübung das Zertifikat. Informationen zur Ausbildung Kursleiter für Autogenes Training als pdf.
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Termin 2012: 12.-15. November Online Anmeldung Veranstaltungsort: Frankfurt/Offenbach Dauer: 4 Tage, 37 UE Uhrzeiten: 9.00 bis 17.00 Uhr Gebühr: 489,- €, inkl. MwSt, Trainer-Skript (Handbuch) und Zertifikat. Getränke: Tee, Kaffee, Wasser, Saft.
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Akkreditiert beim Institut für Qualitätsentwicklung
Diese Ausbildung ist unter der IQ-Angebots-Nr. 066606 als “Kursleitung Autogenes Training ” vom Institut für Qualitätsentwicklung akkreditiert. Für die Teilnahme an der Veranstaltung erhält eine hessische Lehrkraft 40 Leistungspunkte nach § 8 der IQ- und Akkreditierungsverordnung.
Kann ich mit dieser Ausbildung mit den Krankenkassen abrechnen?
Die Ausbildung zum/zur für Autogenes Training (40 UE) entspricht den im Leitfaden für Prävention genannten Kriterien. Eine Anerkennung der Krankenkassen nach § 20 Abs. 1 SGB V können Sie erhalten, wenn Sie die von den Krankenkassen anerkannte/n Grundqualifikation nachweisen können.
Weitere Informationen zum Autogenen Training
Die Grundstufe des autogenen Trainings nach Schultz wird zur Entspannung eingesetzt. Die sechs Übungseinheiten dieser Stufe führen zu einem Schwere- und Wärmegefühl in Armen und Beinen, der Beruhigung von Pulsschlag und Atmung, zu einem Wärmegefühl im Solarplexus (dem Sonnengeflecht) und einer angenehmen Kühle der Stirn.
Beim Autogenen Training werden besonders die körperlichen Funktionen beeinflusst. Der Trainierende liegt entspannt auf dem Rücken und nimmt die so genannte Kutscherhaltung (oder eine andere Sitzposition) ein und konzentriert sich bei den Übungen ausschließlich auf seinen eigenen Körper.
Die Grundstufe besteht aus 6 (bzw. 7) Übungsteilen: (Ruhetönung), Schwereübung, Wärmeübung, Atemübung, Herzübung, Sonnengeflecht/Leibübung und Stirnkühle.
In angeleiteten Gruppenkursen wird in jeder Stunde jeweils eine autogene Formel eingeübt. Um die beabsichtige selbsthypnotische Wirkung zu erzielen, ist die Einhaltung von knappen, präzisen und monotonen Formeln erforderlich, z.B. „Meine Arme und Beine sind angenehm schwer!“
Hier finden Sie den kostenlosen Download der Atemübung aus dem Autogenen Training.